Wenn man mal alles zusammenfasst war es am Samstag eine ziemlich geniale Party. Wir haben geladen zu einer ganztägigen Open House Party, ab 11:00Uhr. Das heisst jeder konnte kommen, wie es ihm in den Kram passte zur groben Orientierung unserer Gäste hatten wir lediglich die Startzeiten für Brunch, Kaffee/ Kuchen und Grillen angesetzt. Der erste Gast kam gegen 11:30 der letzte Gast ging gegen 23:45.
Highlight war eine Diashow die den ganzen Tag in Schleife auf der vollen Breit und Höhe unserer Wohnzimmerwand lief. Der Gatte hatte Baby- und Kinderfotos von sich gescannt und per Beamer an die Wand geworfen. Gemixt war das dann noch mit vielen Bildern, die er bei seinen USA Aufenthalten so geschossen hatte, es war immer was zu gucken.
In der Hochzeit des Grillens befanden sich ungefähr 25 Personen in Haus und Garten, das war dann auch der Moment wo ich kurz die Kontrolle und den Überblick in der Küche und im Ganzen verloren habe und irgendwie auch nicht mehr wollte. Verschärft wurde das Gefühl wegzuwollen durch den Gatten, der mir die hungrige Meute schon in die Küche schickte als ich noch lange nicht mit den Verbereitungen des Abendbufets fertig war… Vieles blieb letztendlich im Kühlschrank – ich hatte gar keine Chance mehr fertig aufzudecken, wurde ich doch schlicht verdrängt… Aber vielleicht einfach mal der Reihe nach?!
Nach dem Chaos, welches ich am Freitag zwischen ~10:00 und ~22:00 Uhr in der Küche verbreitet habe, musste es zumindest vom kulinarischen Aspekt her ein Fest werden – alles andere wäre der Arbeit nicht wert gewesen.
So viel Mühe wie diesmal habe ich noch nie ins Detail eines Brunch Buffets gesteckt und der Gatte hatte kaum mehr als ein liebevolles Kopfschütteln übrig als ich vollendend noch das ein oder andere Obststück in eine etwas andere Position rückte oder den Salzstreuer 3cm weiter nach links stellte oder Platten ein wenig drehte.
Klar, das ich zunächst mal alles fotografieren mußte bevor der erste Gast anrückte.
Selbstgebackene Schoko- und Schinken-Käse-Croissants und frische Brötchen.

Käseplatte, Hack-Gemüse-Muffins, Spinatbällchen, Wurstplatte, Lachs, Forelle und ganz viel Obst…

Das eigentliche Highlight war – ganz klar der NY Cheesecake welcher am Nachmittag aufgegessen war, kaum dass ich ihn hingestellt hatte und gar köstlich schmeckte und das obwohl an diesem Kuchen nahezu alles schief lief
- Beim Einfüllen der Creme in die Form schwappte der Bisquitboden zur Seite, so dass er beim anschliessenden Backen durch die Creme nach oben kam und hässliche Beulen schlug.
- Das Problem der nichtvorhandenen Fettpfanne, die ich nutzen könnte um den Kuchen im Wasserbad fertig zu backen bin ich umgangen indem ich ein tiefes – aber mit Löchern versehenes Backblech mit Alufolie abdeckte. Sah gut aus, funktionierte zunächst auch prima. Bis die oben erwähnten, einseitigen Beulen erschienen.
- Beim Versuch die Form zu drehen um so die einseitigen Beulen zu minimieren, riss mir leider die Alufolie des Wasserbadbleches. Ist euch schonmal ganz viel kochendes Wasser auf den Boden eines 190°C heissen Backofens gelaufen? Herrlisch dat, da wird man wach und Dampfsauna soll ja auch gut für die Haut sein.
- Ich hatte zuwenig Blaubeeren um den ganzen Kuchen damit zu bedecken – musste doch aber irgendwie die Beulen vertuschen. Also schnell nochmal ein Glas Kirschen geschnappt, den Saft angedickt und einen Kirsch-Blaubeerguß gefertigt. Soll ja keiner sagen ich sei nicht flexibel.
- Der Cheesecake sah fantastisch aus, als ich ihn am Samstag nachmittag auf die Tortenplatte stellte. Geplant war ihn mit zwei Wunderkerzen (eine in Form einer 4 und eine in Form einer 0, gesponsert bei Bini) zu versehen, diese anzuzünden und damit zu meinem Gatten und den Gästen zu gehen. Wenn er sich schon einen solchen Kuchen zu seinem 40ten wünscht, dann auch mit Ahh und Ohhh… hatte ich so gedacht. Leider liessen sich die Wunderkerzen nur sehr schwer entzünden und als ich dann die erste gezündet hatte konnte ich nur ganz laut und ganz schnell den Gatten herbeirufen. Die Kerze brannte so schnell runter, dass ich fürchten musste ich wäre die einzige die davon was hat. Der Gatte zündete dann noch die zweite Kerze und so konnte ich noch schnell fotografieren bevor der Zauber auch schon wieder vorbei war.

Ahhhs und Ohhhs gab es dann aber beim Essen dieser Köstlichkeit. Ich denke, ich werde ihn wieder machen müssen – nur am Herstellungsprozess muss ich noch etwas feilen
Das es noch Scones gab ist kar und das unscheinbare da neben dem Cheescake sind Kirsch-Stratiatella-Muffins. Gänzlich ohne Cynthia aber absolut suchtgefährdend
Am Ende waren alle satt, haben sich gut amüsiert und einige wenige waren auch etwas zu tief in der Flasche, was mich dann dazu brachte mal die EOS bei Dunkelheit auszutesten. Ich war positiv überrascht, welch gutes Ergebins sie mit ISO1600 ohne Stativ bringt.

Gestern habe ich dann nahezu den ganzen Tag verschlafen – absolut hinüber trifft ungefähr meinen Zustand, denn natürlich bin ich fröhlich über jede meiner Grenzen gelaufen. Das war es aber in jedem Fall wert. Der Gatte hat sich am Samstag immer wieder bei mir bedankt, mir hat es Spaß gemacht und vor allem bin ich stolz wie Bolle, dass ich es geschafft habe.
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