Jan 14

So, das soll sie nun gewesen sein, meine lange und dann auch noch unangekündigte Blogpause. Es war mal nötig und zwischendurch habe ich mich auch ernsthaft gefragt ob ich überhaupt noch bloggen möchte – aber das ist natürlich absoluter Quatsch, dafür macht es mir viel zu viel Spaß. Nun habe ich andere Dinge zurückgeschraubt um wieder mehr Zeit für Bloghausen zu haben.

Was ist nun also passiert die letzten Wochen? Von meinem Chaosgeschnipsel mal abgesehen, habe ich ja noch nicht wirklich was erzählt in diesem Jahr.

Ich versuche es mal strukturiert und werde mich mal an meinen Kategorien entlanghangeln…

Multiple Sklerose

Es gibt zur Zeit eigentlich nichts zu berichten zu diesem Thema und dann doch wieder so viel ;-)

Ich bin, von Fatigue und ein paar Kleinigkeiten abgesehen, nahezu symptomfrei. Der Zweitrollstuhl aus dem Keller ist mittlerweile an das Sanitätshaus zurückgegeben, Rollator und Krücken stehen schon im Keller, der Erstrollstuhl soll demnächst folgen – steht hier alles nur im Weg rum und wird nicht gebraucht. Mittlerweile habe ich noch weitere Versuche in Richtung joggen unternommen und diese erfolgreich und vor allem genussvoll hinter mich gebracht. Irgendwo im Hinterkopf ist die irrsinnige Idee im Juni die 5,3 km beim Stadtlauf zu meistern.. aber das ist natürlich völlig irrsinnig B-) :whistle:

Oft werde ich gefragt, wie es denn nun so plötzlich zu dieser “Wunderheilung” kam, wobei allen natürlich klar ist, dass es eine Heilung nicht geben kann. Ehrlich, ich weiss es nicht, vermute aber mittlerweile, dass meine Psyche zusätzlich zu Chemo und KG einen großen Anteil daran hat.

Nach all den Rückschlägen hatte ich mir nichts mehr zugetraut. Bin noch mit Stützen gelaufen wo ich vielleicht schon ohne hätte laufen können, weil ich glaubte sie noch zu brauchen. Bin geschlurft, weil ich nunmal schlurfte, weil es sich halt so eingeschlurft hatte und habe beim ersten Zwicken im Oberschenkel/ beim ersten Ausfallschritt/ beim ersten Schwanken aufgehört zu gehen, bzw. mich wieder vermehrt abgestützt, weil ich Angst vor dem großen Schmerz hatte, der folgen könnte.

Es hat Klick gemacht ich traue mich zu gehen, zu hüpfen, zu laufen und ich glaube mittlerweile auch daran, dass ich es kann ohne gleich die nächste Nacht ins Kissen beissen zu müssen.

Es ist schwer zu beschreiben aber so ein bisschen fühlt es sich an als hätte ich eine unsichtbare Fessel um meine Beine gelöst und das ist großartig :yahoo:

  • Sollte es nun Stimmen geben, die meinen ich hätte simuliert und mir die Schwierigkeiten nur eingebildet…
  • Sollte nun jemand aus dem obigen Text herauslesen, dass MS eine psychische Erkrankung sei…

→  SO war es nicht gemeint. MS ist körperlich, MS ist real, man kann MS auch mit der positivsten Grundeinstellung nicht wegdenken! Als ich vor etwas über einem Jahr den Rollstuhl bekam konnte ich real nicht laufen und vieles mehr. Die Besserung jetzt führe ich hauptsächlich auf den durch die Chemo erreichten Stillstand und die dadurch entstandene Chance auf Regeneration zurück. Die Psyche hat am Ende lediglich dafür gesorgt, dass ich mich noch etwas länger an meinen Stützen festhielt als unbedingt nötig.

Familie & Ich

Aktuell toben hier mein Kind2 und zwei ihrer Freunde durchs Haus. Warum in aller Welt müssen die sich immer so anschreien? Hat mal wer Ohrstöbbel?  :wacko:

Es ist unruhig, wuselig, chaotisch hier. Alles ganz normal also :-)

Wir fragen uns Ich frage den Gatten ob wir nun in diesem Jahr ein Haus kaufen wollen, sollten, können. Ich suche schonmal das Inet nach interessanten Angeboten ab, träume mich in das ein oder andere Haus hinein richte auch schon ein bisschen ein. Der Gatte ist wie immer entspannt, der Zeitschinder wie immer ruhige und abwiegelnde Pol, der berechtigte Gegenargumente in die Runde schmeisst.

Von berechtigten Gegenargumenten in meiner Planungswut ausgebremst, mache ich dann auch eine quitschende Vollbremsung, drehe mich um und spurte in die Gegenrichtung.

Kaufen wir halt kein neues Haus und investieren dafür in das bestehende, verkündete ich dem Gatten heute morgen, was ihn dann wiederum zum Versuch veranlasste mein Durchstarten in die Gegenrichtung abzubremsen, denn wir können zum jetzigen Zeitpunkt keine Entscheidung für die eine oder andere Richtung treffen, das hängt von äusseren Faktoren ab, die sich irgendwann in den nächsten Wochen auflösen… aber zu spät: Heute habe ich die neu einzurichtende Küche soweit geplant.

Neihein, ich hab keine Knall – ich hab total einen an der Klatsche, aber ich bin glücklich damit :whistle:

Beim Kind2 wird es langsam ernst. Die Empfehlung für die weiterführende Schule wird demnächst ausgesprochen, ich bin sehr gespannt, lasse es aber auch irgendwie recht entspannt auf uns zukommen. Persönlich sehe ich sie irgendwo zwischen Gym und Realschule, wobei das extrem Tagesformabhängig ist. Müsste ich heute entscheiden, dann würde ich sie auf der Gesamtschule sehen – aber das kann sich noch ändern.

Die Teenagerin hat noch keine Ausbildungsplatz, schreibt Bewerbungen und hat am nächsten Donnerstag ihr erstes Vorstellungsgespräch. Pferdewirtin will sie nun werden und das definitiv und wohl überlegt, mit bereits praktischer Erfahrung in dem Bereich. Ich hätte gerne ein paar gedrückte Daumen fürs erste Gespräch – wäre ja schon klasse so ein Ausbildungsplatz.

Ich habe, wie schon Ende letzten Jahres angedeutet einen “neuen Job”. Seit meiner freiwilligen Arbeitslosigkeit versuchte ich mir ja einen selbständigen Nebenerwerb aufzubauen, scheiterte letztendlich aber immer wieder an meiner KonzentrationsUNfähigkeit die mich daran hinderte, das was ich hätte lernen müssen auch wirklich aufzunehmen und gewinnbringend umzusetzten. Nun ergab es sich, dass mein Ex-Arbeitgeber meine Dienste gerne unregelmässig und auf selbständiger Basis hätte. Das Aufgabengebiet ist sehr leicht überschaubar und doch interessant – ich darf meinen Perfektionismus austoben, darf und soll mich bitte im Detail verlieren, weil es gerade auf das Detail ankommt und das Ganze bequem bei freier Zeiteinteilung im heimischen Wohnzimmer.

Haushalt & Garten

Neben der Frage ob wir nun ein neues Haus kaufen wollen, respektive können oder auch sollten – versuche ich noch immer dem Haushalt in diesem Haus hier irgendwie Herr…oder auch Frau zu werden. Es ist irgendwie zum Mäusemelken. Heute morgen versuchte ich in den Vorrats-Küchenschubladen ein System hinein zu bekommen, so räumte ich also aus und wieder ein und nochmal hin und dann auch her… es wurde und wurde nicht mehr Platz in den Schubladen und ich bekam kein wirklich übersichtliches System ins Chaos. Da stapeln sich angebrochene Tüten von Leinsamen, Sesam, Haferflocken, Rosinen zusammen mit Buchweizen, Mehl, Zucker uvm und ALLES fliegt immer wieder durcheinander, weil das was ich gerade brauche grundsätzlich hinten und/oder unten ist. Somit wären wir dann wieder bei der Küchenplanung… mit dieser Küche wird das nichts, denn es liegt natürlich nur an der Kücheneinrichtung und in gar keinem Fall an meinem Chaotengen :whistle:

Alles & nichts

In letzter Zeit habe ich mich in Facebook festgesetzt, dort einen viel zu großen Teil meiner Zeit mit den verfügbaren Spielen verbracht und nebenher viel zu viele Dinge verpasst, die mir eigentlich Spaß machten und machen. Heute habe ich gründlich aufgeräumt, alle Anwendungen bis auf eine sind blockiert und nun kann ich mich wieder den wichtigeren Dingen widmen, zum Beispiel meinem Feedreader :yes:  Aktuell zeigt mir dieser 261 ungelesene Artikel an – bite sehen sie es mir nach, wenn ich nicht alles mitbekommen habe und gelegentlich mal nachfrage :rose:

Eines ist sicher: Die Prios sind wieder gerader gezogen und Bloghausen hat mich wieder :yes: Wer mag, darf das jetzt auch als Drohung auffassen ;-)

So, jetzt ist das erste Kind abgeholt, der Lärmpegel hat deutlichst abgenommen und gleich ist es dann auch geschafft, ich gehe dem Feierabend entgegen. Ihnen allen wünsche ich einen schönen solchen :bye:

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Nov 12

Schweingrippe – allein das Wort klingt schon gefährlich. Viel gefährlicher als das Wort Vogelgrippe je klang. Wer will schon an einer Krankheit erkranken, die von den Schweinen kommt? Manchmal kommt es mir so vor als würde diese ganze Grippepanikwelle wirklich allein an diesem Wort hängen – Schweinegrippe – Ob nun saisonale Grippe oder Schweinegrippe oder ein schlichter Verkehrsunfall – sterben können wir theoretisch an allem und das jederzeit.

Als treusorgende Mutter habe aber natürlich auch ich mir so meine Gedanken zum Thema Schweinegrippeimpfung pro und contra gemacht und mich weitreichend darüber informiert. Als Mutter eines Asthmakranken Kindes, selbst chronisch krank, gilt das natürlich doppelt.

Für mich selbst war die Antwort schnell klar…

  • Pro: Ich habe MS, eine Autoimmunerkrankung. Für mich ist schon eine einfache Erkältung ein wirklicher Spaß, denn MS-Symptome verstärken sich gerne mal, wenn irgendwas im Immunsystem rumort. Eine echte Grippe würde mir vermutlich einen Schub bescheren, den mag ich mir nicht vorstellen. Eine Impfung wäre für mich eigentlich Pflicht.
  • Contra: Ich hatte einen meiner schwersten Schübe im November 2007 direkt nach einer normalen Grippeimpfung. Zur Zeit bekomme ich regelmässig Chemotherapie, nächste Woche ist es wieder soweit. Eine Impfung wie Pandemrix, mit verstärkten Nebenwirkungen würde mir vermutlich ähnlich viel Spaß bereiten wie ein heftiger Infekt.

Beim Kind2 habe ich lange hin- und her überlegt…

  • Pro: Sie hat infekt induziertes Asthma, gehört somit ganz klar zur oft beschrieben Risikogruppe der chronisch Kranken. Eine echte Grippe ob nun säuisch oder nicht wäre ein großes Problem, drum ist sie ja auch gegen die saisonale Grippe geimpft. Davon mal ab bedeutet ein krankes Kind2 mit Atembeschwerden auch Vollstreß rund um die Uhr (mit nächtlichem Inhalieren) für mich. Was wenn wir beide gleichzeitig die Grippe bekommen? Was, wenn die Grippe sie so schwer trifft, dass sie stationär behandelt werden muss? Pack ich das? Die Sorge ums Kind, der Streß?
  • Contra: Das Asthma des Kindes ist zur Zeit absolut symptomfrei. Sie hat gerade einen recht starken Infekt einfach so ohne Probleme weggesteckt. Vielleicht hat sich das Asthma ja mittlerweile doch ausgewachsen und stellt gar nicht mehr so das ganz große Problem dar? Davon mal ab: Es gibt bei uns in Deutschland derzeit nur Pandemrix und ehrlich, ich trau dem Zeugs nicht über den Weg. Wenn ich bei SPON darüber lese, dass Studien zu diesem Impfmittel erst im September 2010 abgeschlossen sein werden – Wenn vorher gar nicht gesagt werden kann, welche Langzeitfolgen dieses Mittel hat – wenn zB. das Guillain-Barré- Syndrom eine theoretische Langzeitfolge sein kann… Ja dann wird es mir irgendwie ganz schön schlecht.

Der Gatte und die Teenagerin sind kerngesund. Das Risiko, dass sie morgen vor den Laster laufen ist bei ihnen tatsächlich um einiges größer als das Risiko schwere Folgen von einer möglichen Grippe davon zu tragen.

Fazit: Zum jetzigen Zeitpunkt erscheint uns das Risiko, dass uns die Schweinegrippe erwischt und schwere Folgen hat kleiner und vor allem überschaubarer als das was wir nicht greifen können, nämlich die evtl. Folgen der Impfung. Wenn selbst impfbefürwortende Ärzte sich dagegen aussprechen, dann ist das für mich ein deutliches Zeichen, dass da irgendwas nicht stimmen kann. Sollte es doch noch den Impfstoff ohne Wirkverstärker geben, dann wird wenigstens Kind2 geimpft. Ansonsten sind wir nicht bereit dazu.

Jetzt würde mich mal Ihre/ Eure Meinung interessieren
(Mehrfachantwort möglich)

Schweinegrippe: Impfen ja oder nein?

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    Ja, so war das nach der dritten Druckbetankung mit dem schlumpfblauen Gift gestern. Das ging so schnell, so schnell hat mein Körper gar nicht gemerkt was passiert war. Innerhalb einer viertel Stunde war ich fertig und zwar inklusive Anti-Kotz-Spritze. Da konnte ich mir zunächst einbilden, dass ich ganz ohne Nebenwirkungen davonkomme… und dann kam es erst an, als ich schon längst wieder zu Hause war. Rumms da lag sie plötzlich lang.

    Jetzt langsam scheint es wieder zu gehen, immerhin habe ich heute schon die Spülmaschine in zwei Etappen fast fertig ausgeräumt und bin mir sicher, dass ich es gleich im dritten Anlauf endgültig fertig bekomme. Die Übelkeit ist nur noch hintergründig und das die Beine weich wie Wackelpudding sind, nun das scheint wohl erstmal normal zu sein, nehm ich halt den Rolli.

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    Mal wieder alleinerziehend, bis Dienstag. Der Gatte weilt mal wieder auf Geschäftsreise.

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    Spannend wird morgen nachmittag, da bekomme ich mal wieder ein bisschen blaues Gift verabreicht, gehe aber fest davon aus, dass es mir genauso gut bekommt wie beim letzten Mal. Die Kinder sind gebrieft, dass sie morgen abend ohne meine Unterstützung klarkommen sollen, damit ich das Sofa bewachen kann – die schaffen das, so klasse wie sie sind und somit ist dann alles so wie einleitend geschrieben, nämlich gut – basta.

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